Was ist eigentlich „Konditionierung“?

Klassische Konditionierung:

Ein „Verhalten“ tritt immer mit einem Reiz auf. Verhalten in Häkchen, weil es bei der klassischen Konditionierung um Reaktionen geht, die der Hund nicht bewusst steuern kann. Beispiel eines Hundes, der Angst bei Gewitter hat. Es wird dunkel und beginnt zu regnen. Damit hat der Hund klassisch das nahende Gewitter verknüpft und beginnt zu hecheln und zu zittern. Dieses „Verhalten“ kann ich nicht abrufen. Also Kommando „Zittern“ und der Hund beginnt bewusst zu zittern.

Du selbst kannst beispielsweise eine Gänsehaut nicht bewusst und gewillt bekommen. Sag Dir, Du möchtest JETZT Schnatterpelle kriegen. Funktioniert nicht, es braucht den auslösenden Reiz. Diesen Reiz kann man gegenkonditionieren, indem man der angstauslösenden Situation (nahendes Gewitter in dem Beispiel) etwas Angenehmes hinzufügt und so das negative GEFÜHL überlagert.

Operante Konditionierung:

Der Hund zeigt ein Verhalten, welches ich mit einem Signal belege. Hier tatsächlich VERHALTEN, welches er selbst bewusst herbeiführen kann. Zum Beispiel ein „Sitz“. Der Hund kann entscheiden, setze ich mich oder nicht. Tut er es mal zufällig und ich belohne es, wird er es öfter zeigen und ich kann es mit einem Signal belegen. Dieses Verhalten kann ich abrufen.

Auch wir Menschen sind operant konditioniert. Beispiel Klingeln. Wir gehen zur Tür und öffnen, wenn es klingelt. Das kann ich ganz bewusst steuern. Ich kann auch entscheiden, nicht zur Tür zu gehen. Aber wenn das Telefon klingelt, gehe ich dran und wenn es an der Tür klingelt, öffne ich.

Wir sind aber auch klassisch konditioniert. Wir ekeln uns beispielsweise vor einer Spinne und bekommen Gänsehaut. Begebe ich mich in Therapie und konditioniere diesen Ekel gegen, kann ich erreichen, mit einer Spinne etwas Angenehmes zu verbinden (Gummibärchen essen) und die Reaktion wird überlagert (Gänsehaut bleibt aus).

Operante Konditionierung

Reiz = Klingel / Signal Sitz

Verhalten = Öffnen / Popo runter

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Während bei der klassischen Konditionierung…

Reiz = Gewitter

Emotion = Angst

Reaktion = Zittern/Hecheln

Weitere lesenwerte Artikel rund um das Thema „Konditionierung“:

Andreas Canis von Canis Pacalis:

„Konditionierung? Was ist das überhaupt? Teil 1

Im Laufe meiner hundlichen Ausbildung begegnete mir das große K- Wort . Groß, weil darum oft ein riesiges Galama gemacht wird. Die einen sagen: „ Erziehen hat nichts mit Konditionierung zu tun“, die anderen: „ Erziehung IST Konditionierung“ .

Und ich stehe als Neuling da, mit einem großen Fragezeichen auf der Stirn. Deswegen habe ich mich mit den unterschiedlichen Facetten des K-Wortes auseinandergesetzt.

Was bei rausgekommen ist? Lest selbst!“

Klassische Konditionierung Teil 1

Klassische Konditionierung und Emotionen Teil 2

Operante Konditionierung Teil 3

Anne Rosengrün hat zum Thema auch einen lesenwerten und verständlichen Artikel verfasst:

„Immer nur über positive Verstärkung arbeiten? Geht das? Leider muss ich sagen: Nein! Um es zu verstehen, muss ich etwas weiter ausholen. Jedes Säugetier lernt gleich: Klassische und Operante Konditionierung sind zwei wichtige Lernformen. In diesem Artikel lassen wir die anderen Lernformen außen vor. Auch klassische Konditionierung können wir zur Beantwortung der Frage: „Kann ich immer über positive Verstärkung mit meinem Hund arbeiten?“ unbeachtet lassen.“

Immer nur positive Verstärkung?

Ich hoffe, die Ausführungen und Verweise bringen Licht ins Dunkel der Konditionierung. So sollte nun auch klar sein, dass KEIN Hundetrainer ohne Konditionierung arbeitet / arbeiten kann, auch wenn er es behauptet.

Liebe Grüße

BETTY

http://www.betty.one

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