Starkzwangmittel im Hundetraining

starkzwangmittel

Zunächst vielen Dank an Andreas von „Canis Pacalis“, dass ich auf die Infos der Seite zugreifen darf. Die obigen Bilder sind einem .pdf-Dokument entnommen, das sich mit Starkzwangmitteln und der entsprechenden rechtlichen Betrachtung befasst. Erschienen bei „Canis Pacalis“.

Es kann hier heruntergeladen werden: Starkzwangmittel

E-Collars bei Cesar Millan

Oft wird man mit der Aussage konfrontiert, Cesar Millan verwende keine E-Collars.

Er arbeitet nur damit, wenn es beim Besitzer bereits vorhanden ist. Das mag ab und an tatsächlich der Fall sein, aber die ganze Wahrheit ist es nicht.

In einem Interview äußert es sich selbst eindeutig zu der Frage:

„Yes, I give dogs electric shocks and use spike chokers… but I’m NOT cruel, says Hollywood’s favourite pet guru Cesar Millan“

So nachzulesen in der Daily-Mail:

Interview mit Cesar Millan

In zahlreichen Folgen des „Hundeflüsterers“ kann man den Einsatz dieser Geräte sehen, die er auch selbst mitbringt.

Einem Australien Cattle Dog legt er eines um, um ihn vom Jagen der Traktoren abzuhalten.

Bei zwei Hunden, die nicht gut alleine bleiben und immer zur offenen Tür hinausstürmen, arbeitet er mit E-Collar und Strommatten vor der Tür.

Memphis und BlackJack (eine seiner bekanntesten Folgen) wurden über Monate mit E-Collar resozialisiert. Der Erfolg blieb leider aus. Sie liefen auch nach dem monatelangen „Training“ nur mit Maulkorb und E-Collar. Von erfolgreicher Resozialisierung kann man hier wohl kaum sprechen.

Das Original-Video zur Folge wurde (wie viele andere auch) vom Management gesperrt. Ein Privatvideo der beiden Hunde zeigt aber deutlich, dass es auch hinterher nicht ohne diese Hilfsmittel zu händeln war:

Besonders schlimm anzusehen ist eine Folge, in der Spike (ein Schäferhund-Mischling) mit der Katze vergesellschaftet werden soll.

Auf Grund seines Jagdtriebes geht er die Katze an und soll sich nun „der Katze unterwerfen“, damit diese „im Rang über ihm steht“.

Das an sich ist schon Quatsch, aber hier geht es darum zu beweisen und zu belegen, dass Cesar Millan Stromhalsbänder einsetzt.

Im Video heißt es an einer Stelle, Cesar verbringe ein paar Minuten alleine mit Spike, „um die Freundschaft aufzufrischen“. Hier trägt er bereits den Empfänger am Hals.

Nun beginnt die Zusammenführung von Hund und Katze. Im Verlauf sieht man DEUTLICH, wie verunsichert Spike durch die Stromstöße ist, er jault sogar auf, versucht dann in der Verzweiflung nach seinem Frauchen zu schnappen und will UNTER DEN SESSEL kriechen. Leider ist das Original wie so oft nicht mehr verfügbar, nur dieser Ausschnitt ist noch zu finden, der aber schlimm genug ist.

 

In der Folge „Loaded Gunny“ geht es um zwei Hunde auf einem Reiterhof. Besonders Gunny geht die Pferde an.

Im Video sieht man ab etwa Minute 19.00 wie Cesar Gunny zunächst an der dünnen Würgeleine in den Pool zwingt. Schon bevor er überhaupt im Wasser ist, sieht (und hört) man deutlich, wie er nach Luft ringt. Und dann heißt es wie so oft „Schwimm oder stirb“.

Ab Minute 23.00 legt Cesar ihm ein E-Collar an und erklärt, wie toll dieses Hilfsmittel ist. Auch später in seinem Center trägt er es und wird willkürlich wegen Kleinigkeiten geschockt. Ab Minute 26.30 etwa eskaliert die Situation in einer Beißerei. Beide Hunde werden heftig „korrigiert“ und unterworfen. Die Aufgabe der Hunde auf Grund körperlicher Erschöpfung wird von ihm als Entspannung erklärt.

(Das Video ist leider ebenfalls gesperrt und andere Aufzeichnungen gibt es derzeit nicht.)

Cesar Millan und Starkzwangmittel in seinen Büchern

Cesar Millan widmet in einem seiner Bücher ein komplettes Kapitel den Starkzwangmitteln. Auch über das E-Collar schreibt er dort und lobt es als besonders hilfreiches Mittel. In seinem Center bietet er Kurse für Hundehalter an, in denen er die Anwendung des E-Collars lehrt.

Ein Auszug aus seinem Buch „Du bist der Rudelführer“, erschienen im Goldmann Verlag:

„Das perfekte Szenario sieht so aus, dass Sie vielleicht mit einem Hilfsmittel wie dem Stachelhalsband anfangen, daraufhin Selbstvertrauen gewinnen, eine bessere, auf Vertrauen und Respekt basierende Beziehung zu ihrem Hund aufbauen und schließlich zu einem Würgehalsband aus Nylon zurückkehren. Ungefähr ein Jahr später können Sie dann ein einfaches Seil verwenden – und noch ein Jahr darauf gemeinsame Erfahrungen ohne Leine sammeln.“

Es ist also von Anhängern seiner Methode nicht nur falsch, sondern auch blind, zu behaupten, er lehne diese Hilfsmittel ab und verwende sie nicht.

Nun folgt oftmals das Argument, diese Mittel seien in Amerika ja nicht verboten. Da „ticken die Uhren anders“. Die Hunde ticken dort leider nicht anders. Und ein Stromschlag ist und bleibt ein Stromschlag, ob in Deutschland oder in Amerika. Sicher gibt es dort andere Gesetze, die es Cesar Millan erlauben, diese Dinge einzusetzen. Im Tierschutzsinne ist es aber nicht. Und darum geht es uns doch. Tierschutz voranzutreiben und über den Tellerrand zu schauen. Tierschutz kennt keine Grenzen.

In Amerika gibt es auch lockere Gesetze zum Waffenbesitz. Wenn ein Donald Trump fordert, Lehrer an den Schulen zu bewaffnen, löst das hierzulande Empörung aus. In Amerika kann man Waffen im Walmart kaufen. Es ist dort erlaubt. Warum lehnen wir das ab und empören uns darüber? Dort ticken die eben anders. Nur, weil in einem Land etwas gesetzlich nicht verboten ist, ist es nicht weniger schlimm als in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz. Jugendliche ticken in Amerika ganz genauso wie in Deutschland (oder sind das dort etwa Red-Zone-Kids, die man ganz anders erziehen muss als deutsche Kinder?). Der Vergleich ist absurd? Finde ich nicht…

Gewalt erzeugt Gegengewalt. Gewalt bekämpft man nicht mit Gewalt.

Das sollte unter den Menschen gelten und ebenso für den Umgang mit unseren Hunden.

In diesem Sinne

BETTY

http://www.betty.one

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