„Halt erstmal die Hand hin zum Schnüffeln…“ – Ist das sinnvoll?

Diesen Satz hört man oft von Müttern, die ihre Kinder anleiten, dem Hund erstmal die Hand hinzuhalten, damit er schnüfffeln kann. Die Motivation dahinter ist wohl die, dass der Hund so denjenigen, der da in seine Individualdistanz eindringt, erstmal wahrnehmen kann und „kennenlernt“. Warum ist das wenig bis gar nicht sinnvoll?

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Die Hundenase verfügt über 200 Millionen Riechzellen (die Nase des Menschen über gerade mal 5 Millionen). Hunde können über hohe Distanzen Gerüche wahrnehmen und zuordnen. Sie werden eingesetzt, um mit ihrer Nase die unterschiedlichsten Dinge zu erfassen und anzuzeigen (sogar Krebszellen können sie erriechen).

Wenn man 2 oder 3 Meter vor dem Hund steht, hat er uns schon längst gerochen und eingeordnet.

Ein Kind aufzufordern, die Hand vor die Nase des Hundes zu halten, ist nicht nur „dumm“ (aus Sicht des Hundes), sondern kann auch gefährlich werden. Hunde haben wie wir Menschen eine Individualdistanz. In diese dringt man nun ein, wenn man ihm einfach mal so die Hand vor die Nase hält. Was kann man oft beobachten in dem Moment? Der Hund leckt die Hand. Das ist ein Distanz-Schlecken. Er möchte Distanz zur Hand (dem Menschen), es ist ihm unangenehm, so bedrängt zu werden. Viele Hunde wenden auch den Kopf ab, blinzeln, legen die Ohren an. Sie beschwichtigen, weil ihnen diese Hand einfach zu nah ist.

Aus dieser Geste liest der Hund keinerlei für ihn wichtige Informationen heraus. Im Gegenteil, ich verunsichere ihn zusätzlich.

Sunshine Dog Training hat dazu einen Artikel auf Facebook verfasst, den ich hier gerne verlinke:

Aber wie macht man es denn nun richtig? 

Zunächst sollte IMMER der Hundehalter gefragt werden, ob ein Kontakt zum Hund erwünscht ist. Der Halter selbst kann seinen Hund am besten einschätzen und weiß, ob er auf Kinder nett reagiert oder ob es besser wäre, den Hund nicht zu beachten. Gibt der Halter sein Okay, sollte sich das Kind in die Hocke begeben und den Blick ein wenig vom Hund abwenden. Die Hände locker am Körper hängen lassen und dem Hund NICHT entgegenstrecken. Nun hat der Hund die Wahl, ob er Nähe zulässt und ebenfalls begrüßen möchte, oder ob er lieber auf Abstand bleibt.

Nimmt der Hund nun von sich aus Kontakt auf, kann er auch gestreichelt werden. Am besten seitlich am Brustkorb oder vorne von unten auf der Brust. Das mögen Hunde am liebsten und sie fühlen sich durch diese Bewegungen weniger bedroht. Niemals sollte ein Kind dem Hund direkt ins Gesicht fassen.

Dazu gibt es eine anschauliche Grafik, die unter folgendem Link zu finden ist:
https://hirnundhund.wordpress.com/2013/06/18/der-tag-x/begrusung-deutsch-original/

Einen Hund begrüßen

Liebe Grüße

BETTY
http://www.betty.one

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