Ressourcen-Sicherung des Hundes – „voll süß“, oder?

 

Es gibt Verhaltensweisen unserer Hunde, die nur allzu oft falsch gedeutet werden. Ressourcensicherung ist eine davon, die ich heute mal näher beleuchten möchte.

Teddy - b

Ronja „sichert“ auf diesem Bild übrigens keine Ressource, sie hatte einfach keine Lust mehr zu spielen. 😉

Schauen wir uns nun mal folgendes Video an. Es ist betitelt mit „Hund deckt Baby zu“.

Ist das tatsächlich „süß“? Der Mensch sieht hier eine Fürsorge des Hundes. Er deckt das Baby zu. Wie Ernst das Verhalten in der Folge sein kann, sieht man nicht. Dieser Hund sichert eine Ressource. Warum ich das behaupte? Später mehr dazu…

Nun könnte die Ressource eine volle Windel sein. Menschlicher Kot ist für viele Hunde sehr interessant und gerade der von Babys hat einen besonderen Duft. Manche Hunde zerpflücken sehr gerne Babywindeln und im Wald wälzen sie sich gerne auch in menschlichem Kot. Das könnte hier eine Ressource für den Hund darstellen.

Aber auch das Baby selbst könnte als Ressource gesehen werden. Und da wird es dann schon heikel. Bleibt es bei diesem Verhalten und es entstehen keine weiteren Probleme, so lasse ich dem Menschen gerne seine Deutung von Fürsorge und lasse es ihn auch „süß“ finden. Leider entstehen daraus durchaus ernsthafte Probleme. Das erkläre ich im Verlauf.

Für manch einen Hundehalter wird das Verhalten vielleicht in folgendem Video deutlicher. Es handelt sich um exakt das selbe Verhaltensmuster. Nur hier wird interpretiert, der Hund wolle den Fisch retten, indem er versucht, ihn mit Wasser feucht zu halten.

Will der Hund den Fisch wirklich retten? Wissen Hunde, dass Fische sterben, wenn sie nicht im Wasser sind? Ich glaube nicht…

Auch dieser Hund will eine Ressource sichern. In diesem Fall Beute, Fressbares.

Auf welche Weise wird hier eine Ressource gesichert? Im ersten Video durch Zudecken mit einer Decke? Im zweiten Video, indem der Hund Wasser auf den Fisch schiebt? Ich verstehe, dass es zunächst Fragezeichen regnet, wenn ich anhand solcher Videos ein wenig Gänsehaut bekomme und von Ressourcen-Sicherung spreche. Der erste Hund ist doch „total lieb“ und kümmert sich um das Baby. Und der zweite Hund will den Fisch am Leben erhalten, um ihn zu retten. Sie sehen nicht, was ich sehe.

Mit einem dritten Video möchte ich das nun abschließend deutlich machen. Was tut DIESER Hund hier?

Als einziges der drei gezeigten Videos ist es KORREKT überschrieben. Dieser Hund verbuddelt seine Beute.

Fällt hier nicht auf, dass dieser Hund exakt das selbe Verhaltensmuster zeigt, wie die beiden Hunden in den anderen Videos? Der erste ist fürsorglich und deckt das Baby zu, der zweite rettet einen Fisch und der dritte sichert seine Beute.

NEIN, alle drei Hunde tun genau das Selbe. Sie sichern eine Ressource. Im Falle des Babys eventuell die Windel oder gar das Baby selbst. Im zweiten Fall des Fisches will er Beute sichern. Im dritten Video sehen wir, dass Hunde Ressourcen eigentlich eher verbuddeln. Mangels Erde benutzt der erste Hund die Decke und der zweite versucht es mit dem Wasser.

Und nun finde ich besonders das erste Video nicht mehr süß. Da gibt es den Hund, der dieses Verhalten anfangs auch zeigte und alle fanden das da noch „sehr süß“ und deuteten es falsch. Es verselbständigte sich so weit, dass der Hund bald nicht einmal mehr die eigene Mutter an das Baby heranlassen wollte und die Zähne fletschte. Hund und Kind mussten dauerhaft getrennt gehalten werden, um beide versorgen zu können.

Wenn sich ein solches Verhalten erweitert, ausgebaut wird und somit gefährlich für das Umfeld wird, ist es nicht mehr süß.

Mein eigener Rüde vor über 20 Jahren hat auch gerne Ressourcen gesichert. Er hat es „nur“ auf seinen Kauknochen angewandt. Da wir aber nie so genau wussten, WO er den „verbuddelte“, wurde es stellenweise brenzlig. Bevorzugt nutze er die Sofa-Ecken und Kissen. Nun gab es einen Vorfall, wo seine Ressourcen-Sicherung gar nicht mehr „süß“ war. Ein Besucher setzte sich genau auf die Stelle auf das Sofa, wo er kurz vorher (von uns unbemerkt) seinen Knochen gesichert hatte. Er sprang zähnefletschend auf’s Sofa und schnappte nach dem Besucher. Wir konnten uns dieses plötzliche, aggressive Verhalten zunächst nicht erklären. Wir fanden später den Auslöser hinter dem Sofakissen.

Man kann ein ressourcensicherndes Verhalten gerne süß finden. Man sollte sich aber bewusst sein, WAS der Hund da tut und gut beobachten, wie weit er es auslebt. Spätere Probleme, gerade in Bezug auf Familienmitglieder (Babys) dürfen nicht unbeachtet gelassen werden.

Ist Euch der kleine, rote Fleck auf der Nase meiner Ronja ganz oben im Bild aufgefallen? Woher sie den aufgescheuerten Nasenschwamm hat? Sie hat ein Stück fleischigen Knochen unter ihrer Fleece-Decke verbuddelt und sich dabei an der Decke den Nasenschwamm weggescheuert. Keine Sorge, das verheilt immer recht schnell. Aber sie verbuddelt trotzdem immer wieder Ressourcen in ihrem Körbchen.

Liebe Grüße

BETTY

http://www.betty.one

 

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