Bullshit-Bingo aversiver Methoden im Hundetraining

Wir „Wattebauschwerfer“ und Positivler im Bereich Hundetraining kennen die Gegenargumente zur Genüge, die gebetsmühlenartig verwendet werden, um Gewalt im Training zu begründen. Man begegnet ihnen überwiegend aus der Feder der Fans des bekannten Hundeflüsterers Cesar Millan. Ein normales Bingo-Feld reicht mittlerweile gar nicht mehr aus, um das beliebte Spiel damit zu spielen.

Ronja Portrait 2

Auf einige dieser Floskeln möchte ich mal mögliche Antworten zusammenstellen. Das ist nicht so ganz einfach. Lange Texte werden oft nicht gelesen. Der Kapiervorgang wird bereits nach 2 oder 3 Sätzen abgebrochen. Manche Dinge sind eben sehr schwer in kindgerechten 3-Wort-Sätzen zu erklären. Ein Fan aversiver Methoden hat mir sogar mal entsprechend geantwortet. Ich zitiere: „…immer diese langen Texte auf eine einfache Frage…“. Derjenige war scheinbar deutlich überfordert.

Meiner Meinung nach ist es nicht zielführend, einfach nur Bingo zu spielen. Hin und wieder erreicht man den einen oder anderen Verfechter dann doch mit Argumenten und man kann in eine sachliche Diskussion einsteigen.

Ich versuche also einfache und leicht verständliche Antworten zusammenzustellen und beginne gleich mal mit meinem Favoriten:

„Hunde regeln das untereinander auch nicht freundlich.“ Alternativ dazu auch gerne „Schaut Euch mal an, wie Wölfe das regeln.“ oder auch „Im Rudel sind die auch nicht zimperlich miteinander.“.

Mögliche Antwort:

Mein Hund hat nichts mit anderen, fremden Hunden zu regeln. Ich bin für meinen Hund verantwortlich und hafte für Schäden, die er anrichtet. Also hab ich auch dafür zu sorgen, dass er mit anderen Hunden nichts regeln muss, schon gar nicht mit Gewalt. Einander fremde Hunde bilden kein Rudel und verhalten sich auch nicht wie in einem Rudel. In einem Rudel herrscht Harmonie und Vertrauen. Die Tiere sind miteinander verwandt. Es sind Familien und die sind auch so aufgebaut. Wölfe regeln das nicht auf eine solche Art. Aggressionen gibt es nur gegen RUDELFREMDE Tiere und das kann auch mal mit dem Tod eines Tieres enden. Das möchte ich für meinen Hund nicht. Und da ich kein Hund bin und mein Hund mich auch nicht als Rudelmitglied wahrnimmt, muss ich mich nicht wie ein Hund verhalten. Und schon gar nicht wie ein fremder Hund, der es nötig hat, mit Gewalt zu agieren und gar in Tötungsabsicht handelt (Nackenbiss z.B.).

„Der Hund ist total aggressiv, da geht das nicht anders.“ oder auch „Bei so einem Hund kommst Du mit ‚Gutschi Gutschi‘ nicht weiter“. Auch immer wieder schön: „Das sind ja auch ganz andere Hunde.“

Mögliche Antwort:

Zunächst mal wurde hier „positive Verstärkung“ falsch verstanden. Fair, nett und positiv mit einem Hund zu arbeiten, bedeutet nicht, ihn zu vertätscheln und nur Kekse reinzuschieben. (Hier kann man einen Link dazu einfügen, kann man sich aber auch sparen, weil die eh selten gelesen werden.)

Wenn man erstmal begriffen hat, dass Hunde zu 99% Aggressionen aus Angst zeigen, wird schnell klar, dass aversives Training hier nicht zu einem langfristigen Erfolg führen kann. Gewalt erzeugt Gegengewalt. Und wenn ein Hund Angst hat (beispielsweise um eine Ressource), wird er diese Angst nicht ablegen, wenn man „draufhaut“. Damit deckelt man im besten Fall nur die Symptome und der Hund gibt sich auf. Im Worst-Case wird der Hund seine Aggression steigern, was ihn erst richtig gefährlich macht.

Und wo auf der Welt ticken Hunde anders als bei uns? „Ganz andere Hunde“ findet man wo? Hund ist Hund und alle Hunde ticken neurotypisch weltweit völlig identisch. Sie alle unterliegen den Lerntheorien. Und diese funktionieren IMMER, man muss sie nur kennen und anwenden können.

„Kümmere Dich mal um echten Tierschutz.“ Dieses Argument liebe ich ja besonders. Gerne auch so formuliert: „Kümmere Dich mal um Tiere, die wirklich leiden.“ oder auch „Guck Dir mal an, wie mit Nutztieren umgegangen wird.“

Mögliche Antwort:

Woher weißt Du eigentlich, wo und wie ich mich (nicht) engagiere? Ich diskutiere hier zu aversiven und gewaltbehafteten Methoden. Dein Abschweifen ist hier irgendwie OffTopic. Was ist eigentlich „echter Tierschutz“ oder „echtes Tierleid“? Wenn ein Hund im Zuge eines Trainings Angst, Schmerz und Unterdrückung erfährt, ist das Deiner Meinung nach also nicht echt. Das kann man vernachlässigen…!? Wohingegen das Leid der Hunde im Ausland „echt“ ist.

(Kurzer Einwand: Darauf folgt ganz oft die Argumentation, dass die Tiere im Ausland oder in der Nutztierhaltung ja sterben müssen. Im Training sollen sie ja gerettet werden.)

Im Übrigen ist eine Argumentation nicht zielführend, die darauf setzt, ein Leid gegen das andere aufzuwiegen. Damit sollen veraltete und gewaltbehaftete Trainingsmethoden relativiert werden. Das gefällt mir gar nicht. Ich kann auch nicht mein Kind schlagen und damit argumentieren, dass es Kindern in Afrika ja noch schlechter geht, weil sie hungern müssen. Das geschlagene Kind wird das nicht interessieren und den Schlag für sich deswegen auch nicht anders einordnen. Auch ein Hund empfindet Gewalt als Gewalt. Er hat nicht weniger Angst vor Strafe und Schmerz, wenn ich ihm sage, er soll sich nicht so anstellen, schließlich werden in Rumänien Hunde noch viel schlimmer behandelt.

Cesar Collage

„Das ist doch kein Leinenruck, das ist nur ein Impuls.“
„Der tritt doch den Hund nicht, der stubbst den bloß an.“
„Der würgt den Hund nicht, das tut dem nicht weh.“

Die Klassiker im Rechtfertigen aversiver Methoden.

Mögliche Antwort:

Schreck- und Schmerzäußerungen beim Hund sind sehr subtil. Da Cesar Millan selbst Körpersprache nicht deuten kann und Signale übersieht, wundert es nicht, dass auch seine Fans es nicht können. Reaktionen auf Schmerz, Druck und Schreck sind beispielsweise die typischen Beschwichtigungssignale (Nase lecken, Augen zukneifen, Ohren anlegen, Kopf abwenden, hinsetzen, gähnen, schlucken…). JEDER Hund, der von Cesar geruckt, angezischt, getreten und gewürgt wird, zeigt mindestens diese Signale. Gerade beim Tritt in die Flanke/Bauchraum oder dem Knuff mit der Krallenhand gegen den Hals zeigen sie zusätzlich extremes Meideverhalten. Sie springen zur Seite, wollen Distanz aufbauen, meiden. Oft zeigen sie auch lautsprachlich, dass sie Schmerzen haben. Sie quietschen auf, bellen kurz, fiepen oder jaulen. Lautäußerung aufgrund von Schmerz oder Schreck ist schon sehr extrem. Dann muss der Schreck oder die Schmerzeinwirkung schon hoch gewesen sein. Hier ab Minute 5.00 sehr schön zu sehen, wie BearBear diese angeblich harmlose Berührung empfindet. Das ist ein Schmerzlaut. Cesar macht sich darüber lustig (Drama-Queen) und das Publikum lacht. Da wird einem Hund Schmerz und Schreck AUF DER BÜHNE zugefügt und die Menschen lachen darüber.

 

Nun etwas dazu, dass Cesar keine Hunde würgt. Er verwendet eine sehr dünne Würgeschlinge als Halsung, die er weit oben hinter den Ohren am Hundehals platziert und eng zusammenzieht. Wie kann man sich da etwas schönreden? Beim geringsten Zug bei diesem Konstrukt füge ich dem Hund Schmerzen zu. Die Leine drückt SOFORT und zuverlässig auf die Nervenbahnen am Hals und auf die Carotis-Arterie. Die Blutzufuhr zum Gehirn wird abgeschnürt. Zusätzlich wird Druck auf das Zungenbein ausgeübt, der Hund hat Schluckbeschwerden. Und da beginnt der Teufelskreis des Hundes. Er erfährt durch den Ruck Schmerz, bekommt (wenn auch nur kurz) keine Luft und will dem entgehen. Beim Versuch, Distanz aufzubauen, zieht sich die Schlinge zu. Der Hund bekommt Angst, die sich bis zur Panik steigert, weil NICHTS hilft, um dem zu entkommen. Je mehr er zieht und sich windet, umso schlimmer wird es. Cesar zieht die Leine hoch, der Hund verliert den Bodenkontakt mit den Vorderläufen. Das kann man damit vergleichen, wenn ein Mörder sein Opfer quält, indem er es mit der Schlinge um den Hals so weit hochzieht, dass das Opfer noch mit den Zehenspitzen tänzeln kann, um noch ein wenig Luft zu bekommen. Das tut sicher nicht weh und wenn Du in so einer Situation wärst, wirst Du sicher ganz ruhig und entspannst Dich, oder? Die „tanzenden Windhunde“ haben sicher auch nicht gelitten, während sie einen qualvollen Tod durch Erwürgen/Ersticken erleben mussten. Immerhin hatten sie die Hinterläufe noch am Boden, dann würgt die dünne Leine doch nicht. Woran sind sie dann gestorben?

„Macht Ihr es doch erstmal besser. Ihr traut Euch an solche Hunde ja gar nicht erst dran.“

Mögliche Antwort (aus meiner Sicht als Trainerin):

Tue ich jeden Tag. Und ich kläre jeden Tag darüber auf, wie schädlich und unfair Cesar Millans Methoden sind. Was genau meinst Du mit „an solche Hunde“? Was darf es denn sein?

Der ressourcenaggressive Rottweiler mit 40kg Gewicht? Seine einzige Warnung war zu Beginn des Trainings das Hochziehen der linken Lefze. Nächster Schritt war der Einsatz der Zähne. Und dieser Hund wurde genau so, weil ein CM-Trainer sich an ihm ausgetobt hatte. Da war der Drops 4 Monate alt. Er wurde geknufft, angezischt und in seinem Korb brutal auf den Rücken gedreht. Der kleine Drops hat vor Panik geschrien und unter sich uriniert. Seitdem war für ihn klar, ich muss schneller reagieren und bestenfalls gleich zubeißen. Heute ist er 1 Jahr alt, wiegt 40kg und wir haben ihm langsam und mit Bedacht und unter der Beachtung seiner Bedürfnisse beigebracht, dass er Menschen vertrauen kann und um nichts fürchten muss.

Oder der Herdenschutzhund-Mix aus Kroatien, der Frust nicht ertragen kann und sich dann gegen den Halter wendet, diesen anspringt und in die Arme schnappt? Der wird wattebauschmäßig geclickert, bekommt Alternativ-Verhalten aufgezeigt und wir sind mit Bindungsarbeit auf einem guten Weg.

Sind das zwei würdige Red-Zone-Fälle, die aus Deiner Sicht Referenz genug sind? Desweiteren lade ich Dich sehr gerne zu mir ein, wenn ich mal bei einem „solchen Hund“ zum Training bin, dann kannst Du mir mal über die Schulter schauen und Dein Bild vom Wattebauschwerfer neu malen.

(Anmerkung am Rande: KEIN Verfechter aversiver Methoden hat das Angebot jemals angenommen. Dabei haben wir eine hübsche kleine und bezahlbare Ferienwohnung gleich gegenüber.)

„Er rettet die Hunde vor dem Tode / der Einschläferung.“

Mögliche Antwort:

Herr Cesar Millan alleine und einzig auf der Welt rettet also Hunde vor der Einschläferung. Seine TV-Sendung ist eine Show. Es ist gescriptet, folgt einem Drehbuch. Viele Szenen werden vorgegeben oder der Hund im Vorfeld provoziert, damit die eigentliche Szene später dramatisch aussieht. Dazu gehört natürlich auch die Verzweiflung der Besitzer, deren „letzte Rettung“ Cesar ist. Und der Satz „Wenn er nicht helfen kann, muss er eingeschläfert werden.“ ist ein schönes Stilmittel für die Show. Beweisen, dass die Spritze für genau diesen Hund schon aufgezogen ist, kann niemand. Ich hätte gerne Belege für die Behauptung, er würde Hunde retten. Mir sind eher Fälle bekannt, die später doch die Familie verlassen mussten, eingeschläfert wurden oder deren Verbleib unklar ist. Jonbee z.B., der von Cesar niedergerungen, gewürgt und bis zur Bewusslosigkeit unterdrückt wurde, hat später seinen Halter böse gebissen und wurde abgegeben. Ich vermute in ein Tierheim. Eine schnelle Vermittlung in ein neues Zuhause war nach dem Vorfall nicht möglich. Die Abgabe ins Tierheim bedeutet für einen derart aggressiven Hund in Amerika den Tod, leider.

Hunde werden täglich von vielen, vielen Trainern, Tierschützern und Organisationen gerettet. Dafür gibt es zahlreiche Belege, Videos und auch TV-Sendungen. Und jeder Trainer hört irgendwann von verzweifelten Haltern den Satz „Wir müssen ihn einschläfern lassen, wenn Sie uns nicht helfen können.“. Ja, auch deutsche Trainer bekommen das zu hören. Allerdings retten zahlreiche Menschen täglich auf der ganzen Welt Hunde vor diesem Schicksal, ohne ihnen zusätzlich Leid und Schmerz zuzufügen. Der Zweck heiligt hier bitte NICHT die Mittel.

„Ihr seid ja nur neidisch.“

Das Neid-Argument ist mir ja fast das liebste von allen. Und es ist so schön einfach zu entkräften.

Mögliche Antwort:

Du versuchst also, mich mit dem Neidargument in den Boden zu stampfen. Weil „Neid“ ja auch so negativ behaftet ist, gleichgesetz mit „Mißgunst“ und „Hetze“. Neid ist keine negative Eigenschaft. Ganz im Gegenteil. Neid ruft in uns Ehrgeiz hervor und Tatendrang. Es hilft uns dabei, an einer Sache dranzubleiben und sie mit Nachdruck zu verfolgen. Neidisch ist man auf Dinge oder Errungenschaften, die man selbst für erstrebenswert hält und erreichen möchte. Auf etwas, das ich ablehne, das mich traurig und wütend macht und wogegen ich vehement argumentiere, weckt in mir keinen Neid. Ich erachte es nicht als erstrebenswert, meinen Erfolg auf dem Leid von Hunden aufzubauen. Ich strebe es nicht an, Hunde zu unterdrücken, sie nach veralteten Methoden zu erziehen und sie zu brechen oder in die erlernte Hilfosigkeit zu treiben. Nein, darauf kann ich nicht neidisch sein. Außerdem hat Herr Millan hier in Deutschland die Sachkundeprüfung nach §11 Tierschutzgesetz zum Trainieren von Hunden und Anleiten Dritter im Hundetraining nicht bestanden. Ein Gericht hat sogar nach Klageeinreichung offiziell geurteilt, dass Herr Millan ein Tierquäler ist und seine Methoden gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Darauf soll ich neidisch sein, wo ich doch selbst diese Genehmigung besitze…? Finde den Fehler.

Hier kann man dann noch den Link zum Urteil der niedersächsischen Justiz anfügen und daraus zitieren:

http://www.rechtsprechung.niedersachsen.de/jportal/?quelle=jlink&docid=MWRE140003081&psml=bsndprod.psml&max=true

„Der Kontakt der Hunde mit dem Antragsteller beschränkt sich dabei keineswegs auf die bis zu zehnminütige Bühnensequenz. Vielmehr werden nach den Vorbringen der Antragsgegnerin etwa vier Stunden vor Beginn der Show die Hunde vom Antragsteller ausgewählt und hinter der Bühne zusammen mit den Tierhaltern auf ihren Einsatz in der Show vorbereitet. Nach den Erkenntnissen der an der Auswertung der vom Antragsteller zugeleiteten Filmsequenzen und öffentlich über das Internet zugänglichen Videos von vergleichbaren früheren Auftritten des Antragstellers beteiligten Tierärzte wurden die Hunde unter anderem durch den Einsatz von Würgeschlaufen sowie durch gezielte Schläge und Tritte auf den Kehlkopf und in den Nierenbereich verbunden mit bestimmten Zischlauten innerhalb kürzester Zeit derart konditioniert, dass sie auf der Bühne das unerwünschte Verhalten nicht mehr zeigten, dafür aber deutliche Anzeichen von Verängstigung, Verunsicherung, Meideverhalten und Stress erkennen ließen.“

Abschließend möchte ich noch darum bitten, meine Argumentationsbeispiele als Anhaltspunkt für eigene Antworten zu nehmen und diese mit eigenen Worten widerzugeben. Aufgrund des Urheberrechtes solltet Ihr meinen Blog nicht als Copy&Paste-Vorlage verstehen, danke.

Wie eingangs gehofft konnte ich mich nicht kurzfassen. Wenn Ihr doch auf eine kurze, aber knackige Antwort Lust habt, dann könnt Ihr es ja so halten wie kürzlich ein Fan mit seiner aussagekräftigen Buchrezension zu einem von Herrn Millans Büchern:

„Buch super“

Mögliche Antwort:

„Cesar doof“

In diesem Sinne…

Liebe Grüße

BETTY
http://www.betty.one

17 Gedanken zu “Bullshit-Bingo aversiver Methoden im Hundetraining

  1. Antonietta 27. August 2017 / 21:45

    Liebe Betty, dein Artikel ist wirklich toll! Und in meinen Augen kein bisschen zu lang. Ich hab ihn gerne auf meiner Seite geteilt!
    LG Antonietta

    Gefällt 1 Person

  2. bettyshundeabc 27. August 2017 / 22:13

    Danke, Antonietta. Freu mich über Dein Feedback.

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  3. Gabriele Binder 30. August 2017 / 22:13

    Hallo Betty, ich hab mir deinen Text ganz genau durchgelesen und find ihn richtig gut. Hab ihn auch auf meiner Seite geteilt.
    LG Gabi

    Gefällt 1 Person

  4. Yve Schwiha 1. September 2017 / 0:28

    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag :-). Ich war auch so frei und hab ihn geteilt.😊

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  5. martinrack 31. Oktober 2017 / 17:44

    Der Vollständigkeit halber: Auch die Wattebauschwerfer arbeiten mit Gewalt und Dominanz und bestreiten das mit ihrem eigenen Bullshit-Bingo.

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  6. bettyshundeabc 31. Oktober 2017 / 17:46

    Auch hier danke für Dein Feedback.

    Ich arbeite weder mit Gewalt noch mit Dominanz. Ich habe beides einem sozialen Wesen gegenüber im Training nicht nötig.

    Wo siehst Du Gewalt und Dominanz im positiven Hundetraining? Kannst Du das bitte konkretisieren?

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  7. martinrack 31. Oktober 2017 / 19:03

    Verschlossene Türen, Futtermengen, Fütterungszeitpunkte und Fütterungsarten, Leinenführigkeit. Usw. Alles Dominanz durch Gewalt.

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  8. bettyshundeabc 1. November 2017 / 11:37

    Martin, das hat nichts mit Training zu tun. Das ist schlicht der Alltag, in dem nunmal der Mensch bestimmte Dinge „bestimmt“. Ich bestimme, wann der Hund sich lösen darf, wann er fressen darf, wann er Zuneigung bekommt, wann er frei laufen darf und so weiter…

    Das hat alles nichts mit Gewalt oder Dominanz zu tun. Das sind Regeln und Alltagsrituale, dafür brauche ich weder Gewalt noch Dominanz.

    Und in einem kontrollierten Training schon 3x nicht.

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  9. Martin 1. November 2017 / 13:59

    Dominanz: Individuum A schränkt die Rechte und Freiheiten von Individuum B ein und gesteht sich selber diese Rechte und Freiheiten zu, was von B akzeptiert wird.

    Gewalt: Handlungen die auf Menschen, Tiere oder Gegenstände beeinflussend, verändernd oder schädigend wirkt.

    Leinenführigkeit: Die Freiheit des Hundes wird vom Menschen eingeschränkt und vom Hund akzeptiert (Dominanz), weil der Mensch sie mit Muskelkraft durchsetzt (Gewalt).

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  10. bettyshundeabc 1. November 2017 / 14:52

    Ja, vom Grundsatz der Begrifflichkeit her hast Du natürlich Recht.

    Das kann man auf die Leine an sich beziehen (Einschränkung). Die Leinenführigkeit allerdings kann ich positiv aufbauen und erarbeiten. Da wirst Du mir sicher nicht widersprechen.

    Ich empfinde Gewalt im Training dann eher anders, indem ich den Hund beispielsweise am Halsband rucke oder ihn in die Flanke trete, wenn er zieht.

    Somit unterscheide ich da durchaus zwischen Dingen, die im Alltag einfach sein müssen (Hund anleinen) und kontrolliertem Training (Leinenführigkeit).

    Die Definition von Gewalt lautet auch:

    „das Einsetzen von körperlicher Stärke mit dem Ziel, jmdn. zu etwas zu zwingen, jmdn. zu verletzen; brutales Vorgehen“ Synonyme sind „Macht“ oder auch „Herrschaft“.

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  11. Martin 1. November 2017 / 16:25

    Ja, Dominanz kann/sollte unbedingt positiv aufgebaut werden und dient der Sicherheit des Hundes, der unsere Welt nicht versteht.

    Ja, Gewalt ist auch der Einsatz körperlicher Stärke, um jemanden zu etwas zu zwingen und dient im Zweifel der Durchsetzung unseres Willens.

    Dominanz und Gewalt gibt es in ganz vielen Abstufungen. Wattebauschtrainer verwenden möglichst wenig. Arschlochtrainer unerträglich viel.

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  12. bettyshundeabc 1. November 2017 / 17:31

    Da finden wir doch einen gemeinsamen Konsens. Danke für den sachlichen Austausch. Wobei „Arschloch“ jetzt nicht besonders sachlich ist, es aber durchaus trifft. 😉

    Wenn man innerhalb einer Familie Regeln aufstellt (beispielsweise gemeinsame, feste Essenszeiten), würde keiner davon sprechen, dass wir unsere Kinder dominieren und ihnen Gewalt antun. Wobei es rein begrifflich stimmt. Das WIE ist entscheidend. Liebevoll und konsequent. Fesselt ja niemand sein Kind an den Stuhl und zwingt es wie eine Stopf-Gans zum Essen.

    Verstehst Du, um welchen Unterschied es mir geht?

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  13. Martin 1. November 2017 / 22:21

    Ja, Fütterung war ein schlechtes Beispiel. 🙂

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  14. bettyshundeabc 2. November 2017 / 10:42

    Naja, es ist ein Teil im Leben des Hundes, den der Mensch bestimmt. Außerdem lassen wir unsere Hunde auch nicht jagen, so wie sie es gerne wollten. Daran hindern wir sie zur Not auch mit „Gewalt“, indem sie an der Schleppleine laufen und am Durchstarten gehindert werden.

    So schlecht war das Beispiel gar nicht, aber wenn man es überträgt, wird klar, wie absurd es ist, da von Gewalt und Dominanz zu sprechen.

    Ist eben auch ein Unterschied zwischen kontrolliertem Training und Management im Alltag. Wäre es Gewalt, ein Kleinkind an der Kapuze von der Straße zu ziehen, wenn der LKW naht? Ich nenne das Notfall-Management. Ebenso wie ich mal am Hund rucken muss, wenn er auf die Straße springen will.

    Kontrolliertes Training allerdings sollte ohne aversive Einwirkung funktionieren. Das Pendant wäre hier die Verkehrserziehung von Kindern. Da wird keiner provozieren, dass ein Kind auf die Straße läuft, um es dann auf diese Weise zu maßregeln (zurückreißen an der Kapuze). Und ebenso kann ich mit einem Hund kontrolliert und positiv arbeiten, OHNE Verhalten zu provozieren, nur um es maßregeln zu können/müssen.

    Gefällt 1 Person

  15. Martin 2. November 2017 / 12:45

    Ahhhh, jetzt verstehe ich warum Du zwischen Training und Alltag unterscheidest und könnte mir vorstellen mich geirrt zu haben, weil ich Deine Trainingsmethoden nicht kenne.

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  16. bettyshundeabc 2. November 2017 / 14:24

    Tu ich meinem Hund Gewalt an, wenn ich ihm aus Versehen auf die Pfote trete? Oder tue ich ihm Gewalt an, wenn ich ihm bewusst auf die Hinterpfoten trete, um ihm das Anspringen abzugewöhnen?

    Ist es Gewalt, wenn mein Mann sich unbedarft umdreht und mir dabei wehtut, weil ich seinen Ellbogen ins Gesicht bekomme? Oder ist es Gewalt, wenn er mich aktiv schlägt, weil es ihm nicht passt, dass ich im Weg stehe?

    Ich glaube nicht, dass Du Dich geirrt hast. Du hast Deine Gedanken geäußert und wir haben uns beide erklärt. Alles gut 🙂

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